Von Marc Riese
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Inhalt 1. Einleitung 2. Einstieg 3. Partition verkleinern 4. Partition erstellen 5. Bootdiskette 6. Schlußbemerkungen |
GNU Parted ist ein vielseitiges Partitionierungsprogramm von Andrew Clausen, das neben dem Erstellen und Löschen unter anderem auch noch das Verkleinern und Verschieben von Partitionen beherrscht.
GNU Parted wurde zwar dahingehend konzipiert, daß durch Stromausfall etc. während des Partitionierens kein Datenverlust auftritt. Dennoch sollte erste Priorität sein, daß man vorher ein Backup der wichtigsten Daten macht.
Los geht's. Begeben wir uns auf die Konsole, wechseln zu Root, und starten wir GNU Parted, indem wir parted eingeben. Daraufhin erscheint die Eingabeaufforderung von GNU Parted. Wird GNU Parted ohne Parameter aufgerufen, dann wird standardmäßig /dev/hda selektiert. Möchte man eine andere Festplatte bearbeiten, dann kann sie einfach per Parameter übergeben werden, also z.B. parted /dev/hdb. Alternativ kann man mit dem Befehl select /dev/hdb am Parted-Prompt eine andere Festplatte auswählen.
Der Befehl "help" zeigt eine Übersicht der Befehle von GNU Parted. Mit help [Befehl] kann zu jedem Befehl eine detailliertere Hilfe angezeigt werden.
Hat man sich für eine Festplatte entschieden, kann man sich mittels print eine Übersicht der Partitionstabelle verschaffen:
Die Minor-Nummer ist die Nummer der Partition. So wäre in diesem Beispiel die Partition mit der Nummer 3 zu finden unter /dev/hda3, eine ca. 55 MB große, primäre ext2-Partition.
Im folgenden wird nun die Partition einer anderen Festplatte verkleinert. Dazu wird als erstes die entsprechende Festplatte ausgewählt, in meinem Fall wäre das /dev/hdb, also select /dev/hdb. Der Print-Befehl spuckt danach dieses aus:
Man sieht hier eine ca. 16 GB große Festplatte, die mit einer FAT-Partition komplett belegt ist. Um diese Partition zu verkleinern, wird der resize-Befehl verwendet. Als Parameter gibt man als erstes die Minor-Nummer an, hier 1, und den Start- und End-Wert der Partition. Um beispielsweise 1,5 GB vor dieser Partition freizumachen bei gleichem End-Wert, gibt man also ein:
resize 1 1500 16119.909
Ein vorheriges Defragmentieren, wie es bei anderen Partitionierungsprogrammen nötig ist, braucht man hier nicht zu machen. GNU Parted handhabt dies automatisch. Empfehlenswert ist es auch, vor dem Aufruf von GNU Parted den DMA-Modus zu aktivieren. Hierdurch wird der Partitionierungsvorgang um einiges beschleunigt. Wenn das nicht schon automatisch geschehen ist, wie bei neueren Distributionen üblich, kann man mittels hdparm -d /dev/hdx prüfen, ob der DMA-Modus aktiviert ist. Wenn nicht, kann man ihn mittels hdparm -d1 /dev/hdx aktivieren, wobei das "x" hier durch den entsprechenden Buchstaben ersetzt werden sollte. Die Festplatte sollte DMA aber auch unterstützen, sonst kann das unter Umständen zu nichtgewolltem Festplattenverhalten führen.
Nach der Verkleinerung zeigt der Print-Befehl folgendes:
Um nun beispielsweise in dem entstandenen Freiraum, also in den ersten 1,5 GB eine primäre ext2-Partition zu erstellen, nutzt man den Befehl
mkpartfs primary ext2 0 1498.250
Als Optionen sind hier, wie man sieht, anzugeben der Partitionstyp, Dateisystem, Startwert und Endwert, wobei der Endwert gleich dem Anfangswert der zweiten Partition ist, also 1498250. Das wär's. Hiernach hätten wir jetzt eine zusätzliche ext2-Partition unter /dev/hdb2 zur Verfügung. Mit quit verlassen wir GNU Parted wieder.
Um die Root-Partition zu verändern, benötigt man eine Bootdiskette. Diese findet man hier. Nachdem man sich die *.img -Datei heruntergeladen hat, legt man eine leere Diskette ein und tippt folgendes:
dd if=partboot-x.x.xx.img of=/dev/fd0 bs=1440k
Damit hätte man jetzt ein kleines Linux-System und GNU Parted auf einer Diskette, mit der man seine Root-Partition bearbeiten kann. Als Alternative zu der Original-Bootdiskette, gibt es "PAUD - Parted and Utilities Bootdisk". Hier handelt es sich um eine Bootdiskette, die dem Original ähnelt, die aber mit mehr Software versehen wurde. So hat man hier noch u.a. hdparm dabei, das wie schon gesagt sehr nützlich ist, oder auch den Midnight Commander. Diese Diskette hat mir übrigens auch schon anderweitig geholfen, da man sie auch sehr gut als Rettungssystem nutzen kann. PAUD findet man unter http://paud.sourceforge.net/.
Dieses war nur eine knappe Einführung in GNU Parted. Man kann es z.B. auch noch zum Disk-Imaging verwenden. Wer mehr über GNU Parted erfahren möchte, dem sei die User-Dokumentation ans Herz gelegt.
Ext2-Partitionen lassen sich derzeit noch nicht am Anfang verkleinern. Man muß sich hier also mit dem Verschieben des Endes begnügen.
Eine fertige GUI für GNU Parted gibt es zur Zeit noch nicht, aber die soll angeblich in der Entstehungsphase sein. Wer mehr über Partitionen usw. erfahren möchte, der findet unter www.tldp.org das Partition-mini-Howto.