Telebanking mit geringem Aufwand

Untertitel: Wie weise ist doch der Internet-Explorer!

Der Autor betreibt seit Jahren Telebanking, allerdings vor allem hinsichtlich
Evidenzhaltung von Buchungen und nur gelegentlich hinsichtlich der Durchfhrung
von berweisungen. Dazu sind aufwendige Programme wie insbesondere MS Money ein
berflssiger Luxus und noch dazu unter des Autors nach wie vor geschtzem OS/2
nicht lauffhig. Auch der Vorlufer Quicken war viel zu aufgeblht und
unpraktisch zu bedienen, wenn auch als WIN3.1-Programm durchaus unter OS/2
lauffhig. So wurde bis zum Jahresende 1999 das DOS-Programm TELESERV bentzt.
Dieses ist aber nicht Y2k-fhig und wird seitens der Bank Austria ab 1.1.2000
nicht mehr untersttzt.

Was tun?

Die Alternative liegt auf der Hand: Telebanking ber die Homepage der Bank.
Buchungen listen lassen und berweisungen durchfhren - kein Problem!
Allerdings: Die Liste der Buchungen ist eine HTML-Page, wie soll man die
EDV-mig in eine Datenbank oder dergleichen bringen?

Der vom Autor bentzte Netscape Communicator (derzeit 4.04) kann eine Page als
Textdatei abspeichern; die sieht dann so aus:

BA-Online System: 24.12.1999 13.02 Uhr Ortszeit Wien
RIEMER WALTER DI.
Kontonummer: 00123456789 | Kontoauszge vom 1.1.1999 bis 24.12.1999

                                                  ATS              EUR

                         Kontostand:        +39.632,22        +2.880,19

                        Valutasaldo:         +5.945,32          +432,06

                         Disposaldo:       +198.106,68       +14.396,97


     Datum  Ausz.Nr.                       Buchungstext           Ein-/
                                                          Ausgnge ATS

21.12.1999   1999065        C & C 0001 K1 20.12.UM 18.19      -1.553,88

21.12.1999   1999065      BANKOMAT 01031 KARTE1 20.12.UM      -2.500,00
                                                   16.24

20.12.1999   1999065         ABSCHOEPFUNGSDAUERAUFTRAG 1      -1.961,00

20.12.1999   1999065               UEBERTRAG DANR 34975      -19.000,00

17.12.1999   1999065      BANKOMAT 20791 KARTE1 16.12.UM      -3.000,00
                                                   07.54

17.12.1999   1999065               BG 991213022020300640     +14.700,00
                                           812021300815
usw.

Wie man sieht, Spalten mit festen Formaten. Allerdings gibt es gelegentlich
Buchungen, deren Buchungstext mehrere Zeilen belegt, weil er fr die zugehrige
Spalte zu lang ist. Es liegt nahe, mit einem C-Programm eine Textdatei zu
erstellen, die im Format "Tab-Separated-Values" ist und diese dann in eine
Excel-Tabelle zu importieren. Da sich herausgestellt hat, da die
Spaltenbreiten nicht unbedingt konstant sind, richtet sich das Programm nach
der berschriftszeile " ... Datum Ausz.Nr. ... ", um die Spalten zu bestimmen.
Das Programm umfat 142 Code-Zeilen, funktioniert ausgezeichnet, die Handhabung
im Excel ist komfortabel und die Lsung ist eigentlich viel bequemer als jedes
Banking-Programm (zumindest fr die oben definierten Anforderungen).

Ein origineller Effekt ergab sich brigens dadurch, da es vereinzelt auch
Buchungstexte gibt, die ausschlielich Ziffern enthalten (nicht im vorstehenden
Beispiel allerdings). Excel fat dies dann natrlich nicht als Text auf sondern
als Zahl (die dann blicherweise im E-Format wiedergegeben wird). Das Problem
wurde so entschrft, dass solchen Ziffernketten ein unaufflliges -Zeichen
vorangestellt wurde.

Fr den Fall, da ausnahmsweise einmal unter WINDOWS mit dem Internet-Explorer
auf die Buchungs-Page zugegriffen wird, wurde ins Auge gefat, auch das
Umsetzen eines vom IE 5.0 erzeugten Textfiles einzubauen. Hier jedoch erlebte
der Autor seine blauen Wunder; das Textfile sieht nmlich so aus:

GiroKontoInDetailBA-Online System: 26.12.1999 9.33 Uhr Ortszeit Wien
      RIEMER WALTER DI.
      Kontonummer: 00123456789 | Kontoauszge vom 1.1.1999 bis 26.12.1999

            ATS EUR 

            Kontostand:+39.632,22+2.880,19

            Valutasaldo:+5.945,32+432,06

            Disposaldo:+198.106,68+14.396,97



      DatumAusz.Nr.Buchungstext Ein-/ Ausgnge ATS

      21.12.19991999065C & C 0001 K1 20.12.UM 18.19-1.553,88

      21.12.19991999065BANKOMAT 01031 KARTE1 20.12.UM 16.24-2.500,00

      20.12.19991999065ABSCHOEPFUNGSDAUERAUFTRAG 1-1.961,00

      20.12.19991999065UEBERTRAG DANR 34975 -19.000,00

      17.12.19991999065BANKOMAT 20791 KARTE1 16.12.UM 07.54-3.000,00

      17.12.19991999065BG 991213022020300640 812021300815 +14.700,00
      .
      .
      .
      10.12.19991999062STROM 95+20%UST 19,00 002018931620 -114,00

Die Felder sind also nicht in festen Spalten, aber auch ohne Trennzeichen. Der
Aufwand, die Felder im Programm voneinander abzugrenzen, steigt gewaltig. Die
zwei ersten sind zwar von fester Lnge, nicht jedoch die beiden letzten. Das
letzte Feld kann man durch Suchen nach dem Vorzeichen bestimmen; allerdings
stellte sich berraschend heraus, dass auch in einem Buchungstext ein
Vorzeichen vorkommen kann (letzte oben stehende Buchung!), was auch wieder
besondere Vorkehrungen erfordert.

Kurz und gut, da der Bedarf des Autors nach einer IE-Lsung begrenzt ist, wurde
das fast fertige Programm zunchst aufgegeben; der rger war zu gro geworden.
rger worber?

Zweck des Abspeicherns einer Textdatei aus einem Browser ist doch zweifellos
die Mglichkeit, den ASCII-Text nachher beliebig weiterbearbeiten zu knnen.
Den vom IE gelieferten Text kann man nur schwer lesen und noch schwerer
EDV-mig weiterbearbeiten. Was haben sich Bill Gates' Leute eigentlich dabei
gedacht?

Fr Bank-Austria-Kunden, die an dem Programm Interesse haben, steht es auf der
Autorenseite http://pcnews.at/autor/riemer zum Download bereit.

Aufruf: BANKING xxxyyyyy (in einem DOS-Fenster). Die Datei mu xxxyyyyy.TXT
heien, wobei yyyyy frei whlbar ist. xxx ist zwar im Prinzip auch frei
whlbar, wird aber vom Programm auf TXT gendert und als Name der Ausgabedatei
TXTyyyyy.TXT verwendet. Der Autor schreibt zum Beispiel BANKING BAB1224P.TXT
(Bank Austria Banking vom 24.12., Privatkonto) und erhlt TXT1224P.TXT. Diese
Datei kann dann in Excel importiert werden.

Falls Unzukmmlichkeiten auftreten, knnen diese auf nicht bercksichtigten
Formatnderungen seitens der Bank beruhen; in solchen Fllen bittet der Autor
um gut dokumentierte Nachricht.
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