Tips und Tricks zur Herculeskarte
TGM_96: HERCULES.TXT, TGM_97: HGC.ARC
Helmut Hrner, #513
Besitzer einer Herculeskarte haben nicht immer nur Grund zur Freude. Der Grund: Viele Programme verweigern sich einfach, sobald im Rechner eine Herculeskarte steckt; sie ziehen sich ins Schmollwinkerl zurck und geben - wenn man Glck hat - vielleicht noch Tne, aber berhaupt kein Bild mehr von sich. 
Eine mgliche Ursache kann nun darin liegen, da das Programm fr eine andere Grafikkarte geschrieben wurde. Das Programm EGA-Paint zB. ist - unschwer zu erraten - fr eine EGA-Karte geschrieben, und nur auf einer solchen lauffhig. 
Viele professionelle Softwarepakete (ACAD, Framework, RS/1 usw.) kann man aber bei der Installation oder mit Hilfe eines Setup-Programms auf eine bestimmte Grafikkarte einstellen. Ist dies geschehen, gibt es zwei Mglichkeiten: Das Programm luft - oder es luft noch immer nicht. STATGRAF und RS/1 gehren zB. zu dieser hinterlistigen zweiten Gruppe. 
Hier beginnt der Punkt, an dem viele aufgeben. War halt nichts. Fragt man den Hndler, bekommt man meist zu hren: "Die geraubte Software ist schuld..." (Das ist brigens eine sehr hufige Ausrede, auch bei Hardwarefehlern!).
Aber da wir ohnedies alle Originaldisketten verwenden und unseren Lizenzvertrag haben, wissen wir: Das ist nicht war. Auch die Originale laufen nicht. 
Wahr ist vielmehr, da die Hardwarehndler in grblicher Vernachlssigung ihrer Pflicht zumeist vergessen, zusammen mit der Herculeskarte zwei sehr wichtige Programme mitzuliefern: HGC und INT10.
Wer folgende Sequenz in sein AUTOEXEC.BAT einbaut, mte alle Programme, die von sich aus versprechen, auf Hercules zu laufen, auch tatschlich zum Funktionieren bringen:
HGC FULL INT10
Was tun nun diese Programme? Das Programm HGC initialisiert die Register der Herculeskarte, und das Programm INT10 ersetzt die Video-IO-Routine des BIOS durch eine "herculesfhige". 
Das Programm HGC habe ich dem Club zusammen mit diesem Artikel bermittelt und das Programm INT10 findet sich auf der Diskette GRAPH X, zu der es auch eine Anleitung gibt. 
Auerdem auf dieser Diskette ist das Programm HARDCOPY, welches ein Grafik-Hardcopy auch von der Herculeskarte ermglicht. Es ist brigens mit Hilfe eines "printer definition files" PRINTER.DEF auf jeden Drucker anpabar. 
Das war aber noch nicht alles: Auch jene Programme, die nur mit der CGA-Karte funktionieren (zB. Printmaster und die meisten Spiele), knnen zumeist auf der Herculeskarte zum laufen gebracht werden. 
Zu diesem Zweck gibt es Emulationsprogramme, die eine CGA-Karte zu emulieren imstande sind. Ich selber habe zwei davon getestet: Multigraph II (kurz: MGII) und Magic Key (kurz: MK). 
Vergleicht man die beiden Programme, stellt man fest: Beide Programme bieten verschiedene Emulationsmodi, sowohl was die Emulationstiefe betrifft (also wie "grndlich" die CGA-Karte emuliert wird), als auch was die Art der Darstellung betrifft. 
Standard ist bei beiden Programmen ein sehr schneller Modus, bei dem allerdings das Bild in der Hhe, wegen der unterschiedlichen Auflsung, ziemlich gestaucht erscheint. Beide Programme bieten aber auch einen Modus an, in dem das Bild in voller Hhe erscheint, aber dazwischen leere Zeilen bleiben (wer waagrechte Streifen mag, sollte diesen Modus whlen!). 
Auerdem versprechen beide Programme einen Modus, in dem diese Leerzeilen interruptmig ca. 7 mal in der Sekunde aufgefllt werden. Vorteil: Schnes Bild in richtiger Hhe. Nachteil: Verlust an Geschwindigkeit, bei Actionspielen hliche Nachzieheffekte. 
brigens: MGII verspricht diesen Modus als zustzliche Neuheit in einem README-File, aktivieren konnte ich ihn aber nicht. Bei MK funktionierte er aber klaglos. Und damit wren wir auch schon bei den Unterschieden: 
MGII bietet zustzlich einen Modus, in dem jedes Halbbild etwas versetzt dargestellt wird. Das ergibt ein Bild in richtiger Hhe ohne groen Geschwindigkeitsverlust - aber mit starkem Flimmereffekt. Diese Betriebsart kann nur mit sehr stark nachleuchtenden Monitoren verwendet werden.
Versuchsweise habe ich das Programm Printmaster mit beiden Programmen zu starten versucht. Funktioniert hat es bei beiden: Aber: Bei MGII waren in den Mens die normalerweise hell unterlegten Menpunkte auf einmal nicht von den anderen zu unterscheiden. MK funktionierte hier besser! 
Aber MK hat nicht nur Vorteile: Whrend man MGII problemlos aus einem Batch-File aufrufen und dabei zwischen verschiedenen Modi umschalten kann (auch zurck zur reinen Herculesgrafik), mu man bei MK einen sehr langweiligen Titelbildaufbau abwarten und kann das Programm nur mehr mit obskuren Tastenkombinationen (zB.: ALT-CTRL-F1) umschalten. Abschalten kann man es nicht - nur mit einem Reset.
Vereint werden die Programme aber wieder durch die Fhigkeit, auch bootfhige Spiele laufen lassen zu knnen. Dazu wird zuerst die entsprechende Boot-Version von MGII oder MK aufgerufen und anschlieend das Spiel ins Laufwerk A: gelegt. Weiter: Enter drcken. Und schon erscheint PAC MAN am Monitor!
 H. Hrner N88A, #513
 PS.: Fr Fragen stehe ich gerne zur Verfgung. Meine Telefonnummer ist 95 29 535. Gegen ein kleines Entgelt (ich bin jetzt ein armer Student) bin ich aber auch gerne bereit, persnlich allfllige Probleme bei der Installation von Software (nicht nur im Zusammenhang mit der Herculeskarte) zu lsen. 
