Konfiguration von Windows NT als Router

Ein Provider stellt einem Stand- oder Wählleitungsabnehmer eine oder mehrere IP-Adressen zur Verfügung.

Bei einem Wählleitungsabnehmer ist es eine Adresse, die immer eine andere sein kann. Bei einem Standleitungszugang ist die Anzahl der IP-Adressen im allgemeinen eine Potenz von 2. Ein einzelner angeschlossener Rechner benötigt eine IP-Adresse (er ist dann ein Teil des Provider-LAN), ein LAN mit zwei Rechnern mindestens vier (eine Adresse ist die sogenannte Netzwerkadresse, eine weitere die "Broadcast-Adresse", zwei Adressen bleiben für Rechner, genauer für deren Ports über).

Ein Router hat mindestens zwei Ports: Entweder zwei Netzwerkkarten (LAN zu LAN Routing) oder eine Netzwerkkarte für das LAN und einen seriellen Port für die Verbindung zum Provider.

Der serielle Port wird von RAS-Service (Remote Access Service) gesteuert. Man kann in den entsprechenden Dialogfenstern Einstellungen analog zur Netzwerkkarte vornehmen.

Windows NT ist nicht für den Routerbetrieb vorgesehen, doch kann man sich mit der ganz gute Dokumentation ganz gut zurechtfinden (wenn man einmal die richtige Stelle gefunden hat).

Wenn ein eigener Router verwendet wird, beschränkt sich die TCP/IP-Konfiguration auf die Einstellung der IP-Adresse der Netzwerkkarte, alles andere besorgt der Router.

Soll hingegen Windows-NT auch Routing-Funktionen übernehmen, dann muß darüberhinaus auch der Verbindungport (serielle Schnittstelle über "Dial-Up-Networking") konfiguriert werden.

Zwei Dinge muß man wissen:

  1. Jeder Port benötigt eine eigene IP-Adresse (soweit mir bekannt ist, benötigt ein LINUX-Rechner nur eine IP-Adresse. Die einzelnen Ports werden dort durch symbolische Namen unterschieden)
  2. Damit der Rechner Routen kann, muß man den zur Verfügung stehenden IP-Adreßraum in zwei Teile teilen und jedem der beiden betroffenen Ports eine Hälfte zuordnen. Da jedes beiden Teilnetze aus mindestens 4 IP-Adressen bestehen muß, benötigt man daher mindestens 8 IP-Adressen vom Provider, und kann dann damit gerade 2 Rechner betreiben. Jedes Teil-LAN hat daher zwei freie Adressen für Ports. Von dem einen LAN wird eine Adresse für den providerseitigen Port verbraucht, die andere bleibt ungenutzt. Am hauseigenen LAN wird der Netzwerkkarte des als Router dienenden Rechners eine IP-Adresse zugewiesen, die zweite IP-Adresse bleibt für einen weiteren Rechner frei.

Die folgende Skizze (aus dem Dokument RIPROUTE.WIR aus den NT-Server Resource-Kit) zeigt die Situation an einem Beispiel eines Subnetzes mit 32 Adressen. 16 Adressen werden für die providerseitige Anschaltung verwendet. Von den 16 verbleibenden IP-Adressen sind zwei für den LAN-Betrieb reserviert, eine für den Server-Port, daher können weitere 13 Rechner angeschlossen werden.

Windows NT als einfacher Router